Die Agentur für Fotographie Magnum Photos begann bereits früh damit, Vertreibung zu dokumentieren. Die Gründer Robert Capa, David Seymour, George Rodger und Henri Cartier-Bresson, geprägt von den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs, wollten dazu beitragen, dass sich solche Grausamkeiten nie wiederholen. Sie waren überzeugt, dass die Fotografie dabei eine Schlüsselrolle spielen kann, indem sie die Massen sensibilisiert.
1950 beauftragten die Vereinten Nationen UNHCR mit dem Schutz der Rechte von Flüchtlingen. Die Flüchtlingskonvention von 1951 wurde zum wichtigsten Instrument und zum Kernmandat von UNHCR: Flüchtlingen weltweit zu ihrem Recht zu verhelfen.
Schon früh arbeiteten Magnum Photos und UNHCR zusammen, um die Ungerechtigkeiten zu dokumentieren, die Vertriebene erleben. Denn auch nach vielen Jahrzehnten hat sich ihr Schicksal kaum verändert. Beide Organisationen hoffen, dass ihre wiederholte Zusammenarbeit dazu beiträgt, dass das Leid, das diesen Menschen widerfahren sind, nie vergessen geht.
Um sie zu würdigen, möchten wir in dieser Ausgabe mit der Fotoreportage einen Blick in die Vergangenheit werfen. Auf die Flucht und die zahlreichen Etappen und Herausforderungen, die viele durchgehen müssen: von den Ursachen der Zwangsvertreibung über das Leben in Flüchtlingscamps, bis hin zur Unsicherheit und der Integration in Aufnahmeländern. Wir zeigen auch die Gefahren beim Überqueren von Grenzen und hoffen, mit diesen eindrucksvollen Bildern die Öffentlichkeit auf die Nöte der Menschen auf der Flucht zu sensibilisieren.
Denn nach 75 Jahren bleibt unsere Arbeit relevanter als je zuvor. Heute ist UNHCR in mehr als 135 Ländern präsent und hilft mehr den 122 Millionen Vertriebenen und Staatenlosen weltweit. Sie kämpfen vielerorts weiterhin um Anerkennung und Schutz.
Wir möchten sie mit diesen Fotos würdigen.
Asylsuchende erhalten eine Nummer und warten, bis ihr Asylgesuch behandelt wird. Die meisten von ihnen werden abgelehnt.
Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar.
Zivilisten fliehen während einer Waffenruhe zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee
Kinder, die vom Bürgerkrieg betroffen sind, werden evakuiert.
Grenzposten Dorohusk-Jagodziany. Eine ukrainische Familie auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine.
Ein Mädchen ruht sich auf einem Felsen oberhalb des Flüchtlingscamps aus.
Freunde und Familien sind wiedervereint.
Die Brände, die das Flüchtlingscamp Moria verwüsteten, machten Tausende Menschen obdachlos. Frauen stehen an für Trinkwasser.
William, 64 Jahre, baut sein Haus erneut auf, das dieses Jahr schon mehrmals in Brand gesteckt wurde.
Flüchtlingscamp der Mundari, die aus ihrer Heimat Terekeka vertrieben wurden.
Flüchtlinge gehen zu ihren Unterkünften, um sich nach ihrer Ankunft im Camp auszuruhen.
Menschen auf der Flucht vor dem Konflikt in Bergkarabach kommen im Grenzort Kornidzor in Armenien an.
Rohingya-Flüchtlingscamp.
Syrische Flüchtlinge kommen aus ihren Zelten, um Hygiene-Kits für Covid-19 zu erhalten.
Asylsuchende fliehen vor einem Polizeiauto aus Angst, festgenommen zu werden. Die türkische Regierung verstärkte die Sicherheitsmassnahmen an der türkisch-iranischen Grenze, nachdem Hunderte Menschen aus Afghanistan, Iran und Pakistan versuchten, sie illegal zu überqueren. Nach der Machtübernahme der Taliban stieg die Zahl der Menschen auf der Flucht an.
Flüchtlinge stehen Schlange für Moskitonetze und eine Mahlzeit. Im Camp leben rund 90’000 Menschen.
Koffer in der Wüste.
Rohingya-Flüchtlingscamp.
Nach einem Brand schläft ein Kind auf der Strasse.