Do., 25.06.2026 - 07:52

Der Jahresbericht 2025 von Switzerland for UNHCR beleuchtet ein Jahr, das geprägt war von eskalierenden humanitären Notlagen, einem historischen finanziellen Druck auf das UNHCR, das UN-Flüchtlingorganisation, sowie einem deutlichen Anstieg der Unterstützung durch den privaten Sektor in der Schweiz und in Liechtenstein. Trotz der weltweiten Instabilität erzielte die Stiftung ihre besten Ergebnisse seit ihrer Gründung im Jahr 2020 und unterstrich damit die wachsende Bedeutung privater Philanthropie für den Flüchtlingsschutz.  

„In einer Welt, die von Krisen und Angriffen auf das humanitäre Völkerrecht geprägt ist, ist jeder gesammelten Franken, jede geknüpfte Partnerschaft und jeder engagierte Spender wichtiger denn je.“ 

Andrés Luther, Präsident des Stiftungsrats 

Weltweite Vertreibung und humanitäre Herausforderungen 

Im Jahr 2025 fielen 117,3 Millionen gewaltsam Vertriebene, darunter 36,4 Millionen Flüchtlinge und 67,8 Millionen Binnenvertriebene, unter das Schutzmandat des UNHCR, das die Bereitstellung lebensrettender Hilfe wie Unterkünfte, Nahrung und Wasser, das Eintreten für den Schutz der grundlegenden Menschenrechte sowie die Entwicklung nachhaltiger Lösungen umfasst. Die Organisation bewältigte 24 aktive Notsituationen in 16 Ländern und reagierte gleichzeitig auf langwierige Krisen in Syrien, im Sudan, in der Ukraine und in der Demokratischen Republik Kongo sowie auf plötzliche Katastrophen wie das Erdbeben in Myanmar und die Zwangsrückführungen von Afghanen aus dem Iran und Pakistan. 

Diese Bedürfnisse treten jedoch in einer Zeit schwerwiegender finanzieller Einschnitte zutage. Kürzungen bei der humanitären Hilfe zwangen das UNHCR, seine Ausgaben von 4,93 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 3,95 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 zu senken, wodurch 7’000 Stellen gestrichen und der Zugang zu Unterkünften, Gesundheitsversorgung, Wasser und Bildung für Millionen Menschen eingeschränkt wurden. Wie es in dem Bericht heisst: „Familien sehen, wie die Unterstützung, auf die sie sich verlassen haben, verschwindet …“

Ein junger Mann blickt aus seiner Unterkunft im Rohingya-Flüchtlingscamp in Bangladesch hinaus. © UNHCR/Shari Nijman
Ein junger Mann blickt aus seiner Unterkunft im Rohingya-Flüchtlingscamp in Bangladesch hinaus. © UNHCR/Shari Nijman

Führungswechsel beim UNHCR 

In diesem Jahr kam es zudem zu einem bedeutenden Führungswechsel. Barham Salih, ein ehemaliger Flüchtling, trat die Nachfolge von Filippo Grandi als UN-Flüchtlingshochkommissar an, nachdem dieser die Organisation zehn Jahre lang geleitet hatte. Salih hob die transformative Kraft von Schutz und Chancen hervor und erklärte, dass diese Erfahrungen „den Verlauf eines Lebens verändern können“ – so wie sie auch sein eigenes Leben verändert hätten.

Grössere Grosszügigkeit unserer Spender = mehr Wirkung dort, wo es darauf ankommt 

Trotz der weltweiten Finanzierungskrise erzielte Switzerland for UNHCR aussergewöhnliche Ergebnisse. Mit Hilfe von 4,8 Millionen CHF an Entwicklungsmitteln des UNHCR sammelte die Stiftung im Jahr 2025 15,4 Millionen CHF – eine Steigerung von 75 % gegenüber 2024.

Seit 2020 hat die Stiftung Spenden in Höhe von 77,5 Millionen CHF mobilisiert, von denen 85,6 % zur Unterstützung der Massnahmen des UNHCR dienten. 

Ein Blick in die Zukunft 

Mit einer neuen Führung und einem strategischen Plan, der darauf abzielt, bis 2030 jährlich 30 Millionen CHF zu erreichen, startet Switzerland for UNHCR mit neuem Elan ins Jahr 2026: Ziel ist es, die Effizienz zu steigern, die Spenderbasis zu erweitern und die Solidarität in der Schweiz und in Liechtenstein mit Menschen, die zur Flucht gezwungen sind, zu vertiefen. 

„Angesichts der globalen Lage – zwischen steigendem Bedarf und Kürzungen der öffentlichen Mittel – ist es wichtiger denn je, dass wir unsere Stiftung konsolidieren, um die Mobilisierung des Privatsektors in der Schweiz und in Liechtenstein zu verstärken und unsere Effizienz zu steigern.“ 

Rémi Vallet, Geschäftsführer der Stiftung

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