Jeden Tag werden Menschen durch Krieg, Gewalt und Verfolgung zur Flucht gezwungen. Ein Verständnis dafür, wer diese Flüchtlinge sind – und was sie durchmachen –, ist der erste Schritt hin zu mehr Mitgefühl auf der Welt. Auf dieser Seite werden auf der Grundlage der jüngsten Daten von UNHCR, der UN-Flüchtlingsorganisation, die häufigsten Fragen zur globalen Flüchtlingskrise beantwortet.

Letzte Aktualisierung: April 2026

Quick Facts über Flüchtlinge

  • Ende Juni 2025 wurden 117,3 Millionen Menschen weltweit durch Verfolgung, Konflikte, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen zur Flucht gezwungen. 

  • Jeder 70. Mensch auf der Welt wurde gewaltsam vertrieben. 

  • 71% der Flüchtlinge sind in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen untergebracht. 

  • 66% der Flüchtlinge sind in den Nachbarländern ihres Heimatlands untergebracht. 

FAQ Flüchtlinge verstehen

Was ist ein Flüchtling?

Ein Flüchtling ist eine Person, die durch Krieg, Gewalt oder Verfolgung zur Flucht gezwungen wurde und eine internationale Grenze überquert hat, um sich in einem anderen Land in Sicherheit zu bringen. Flüchtlinge können nicht in ihre Heimat zurückkehren, weil ihr Leben dort in Gefahr wäre.

Gemäss der Flüchtlingskonvention von 1951 ist ein Flüchtling eine Person, die «aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung» geflohen ist.

Was ist der Unterschied zwischen Flüchtlingen und Migrantinnen und Migranten?

Flüchtlinge sind völkerrechtlich genau definiert und geschützt. Dies sind Personen, die vor Verfolgung, Konflikten, Gewalt, schweren Menschenrechtsverletzungen oder anderen Ereignissen, welche die öffentliche Ordnung ernsthaft gefährden, geflüchtet sind und in einem anderen Land Schutz suchen. Sie benötigen «internationalen Schutz» durch ein anderes Land, weil ihr Heimatland sie nicht schützen kann oder will. Sie machen ein grundlegendes, universelles Menschenrecht geltend: Das Recht Asyl zu suchen und gewährt zu bekommen. Gemäss internationalem Flüchtlingsrecht gilt eine Person als Flüchtling und sollte als solcher behandelt werden, sobald sie dieser Definition entspricht, auch wenn sie noch auf eine formelle Anerkennung durch ein Land oder UNHCR wartet.

 

Der Begriff «Migrant» ist nicht völkerrechtlich definiert. Die Benennung wird für Personen verwendet, die in andere Länder ziehen, allerdings nicht, weil sie von Verfolgung, ernsthaftem Schaden oder Tod bedroht sind, sondern aus anderen Gründen wie Arbeit, Bildung oder Familiennachzug. Darüber hinaus können weitere komplexe Faktoren wie das Entkommen aus Notlagen aufgrund von Umweltkatastrophen, Hungersnöten oder extremer Armut eine Rolle spielen.

Menschen, die ihre Heimat aus diesen Gründen verlassen, benötigen in der Regel keinen internationalen Schutz, da sie – im Gegensatz zu Flüchtlingen – im Ausland und bei ihrer Rückkehr prinzipiell weiterhin den Schutz ihres Landes geniessen.

Auch wenn sie nicht den Kriterien der Flüchtlingsdefinition entsprechen, kann es sein, dass Migrantinnen und Migranten an verschiedenen Punkten ihrer Reise Unterstützung, Hilfe und Rechtsschutz benötigen. Sie sind dann durch die internationalen Menschenrechtsnormen geschützt und dürfen unter Umständen auf dieser Basis nicht in ihr Heimatland zurückgeschickt oder aus ihrem Gastland weggewiesen werden.

Was sind Asylsuchende?

Asylsuchende sind Personen, die aus ihrem Land geflüchtet sind und internationalen Schutz suchen, über deren Antrag auf Flüchtlingsstatus jedoch noch nicht entschieden wurde. Während sie auf den Entscheid warten, werden sie als Asylsuchende bezeichnet. Sobald der Antrag bewilligt wird, werden sie zu Flüchtlingen.

FAQ Globale Flüchtlingssituation

Wie viele Flüchtlinge gibt es weltweit?

Stand Juni 2025 wurden 117,3 Millionen Menschen weltweit durch Verfolgung, Konflikte, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen zur Flucht gezwungen. Das bedeutet, dass jeder 70. Mensch auf der Welt gewaltsam vertrieben wurde.

Dazu gehören (Stand Ende Juni 2025):

  • 42,5 Millionen Flüchtlinge
  • 67,8 Millionen Binnenvertriebene
  • 8,4 Millionen Asylsuchende
  • 4,4 Millionen Staatenlose

Woher kommen die meisten Flüchtlinge?

Die meisten Flüchtlinge und Menschen, die internationalen Schutz benötigen, kommen aus Ländern, in denen andauernde Konflikte bestehen (Stand Mitte 2025):

  • Venezuela – 6,5 Millionen
  • Arabische Republik Syrien – 5,5 Millionen
  • Ukraine – 5,3 Millionen
  • Afghanistan – 4,8 Millionen
  • Sudan – 2,5 Millionen

Wohin gehen die meisten Flüchtlinge?

Entgegen der landläufigen Meinung bleiben die meisten Flüchtlinge in der Nähe ihrer Heimat. Mitte 2025 waren 66% der Flüchtlinge in den Nachbarländern ihres Heimatlands untergebracht.

Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen nehmen weltweit 71% der Flüchtlinge auf, obwohl sie oft über geringere Ressourcen für deren Unterstützung verfügen.

Länder, die am meisten Flüchtlinge und Schutzbedürftige aufgenommen haben (Stand Mitte 2025):

  • Kolumbien – 2,8 Millionen
  • Deutschland – 2,7 Millionen
  • Türkei – 2,7 Millionen
  • Islamische Republik Iran – 2,5 Millionen
  • Uganda – 1,9 Millionen

Im Libanon gibt es die meisten Flüchtlinge pro Kopf: Jede achte dort lebende Person ist ein Flüchtling.

Wer sind die Flüchtlinge?

Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich. Dazu gehören:

  • 40% Kinder, während sie nur 29% der Weltbevölkerung ausmachen. Viele von ihnen wurden von ihren Familien getrennt.
  • 50% Frauen und Mädchen, die besonderen Gefahren wie geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind.
  • Ärztinnen, Lehrer, Ingenieurinnen, Bauern, Künstlerinnen und Eltern, die ein ganz normales Leben geführt haben, bevor sie zur Flucht gezwungen wurden.

Jeder Flüchtling hat seine eigene Geschichte, Fähigkeiten und Zukunftsträume.

FAQ Häufige Fragen und Irrtümer

Können Flüchtlinge es sich aussuchen, in welches Land sie fliehen?

Nein. Die meisten Flüchtlinge flüchten in das nächstliegende sichere Land, was meist ein Nachbarland ist. Nur wenige können sich das Zielland aussuchen. Viele harren jahre-, manchmal jahrzehntelang in Flüchtlingscamps oder -siedlungen aus.

Nur ein winziger Anteil wird über formelle Programme in Drittländer umgesiedelt. Die Konkurrenz um diese begrenzten Plätze ist gross und nur die Allerbedürftigsten werden ausgewählt.

Warum bleiben Flüchtlinge nicht im ersten sicheren Land, das sie erreichen?

Viele tun das: 66% der Flüchtlinge sind in den Nachbarländern ihres Heimatlands untergebracht. Manche ziehen jedoch aus einem der folgenden Gründe weiter:

  • Das Erstaufnahmeland hat die Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet.
  • Die Lebensbedingungen sind äusserst schwierig. Es gibt keinen Zugang zu Arbeit oder Bildung.
  • Familienmitglieder befinden sich in einem anderen Land.
  • Sie erfahren Diskriminierung oder haben keine Integrationschancen.
  • Das Erstaufnahmeland ist auch instabil oder von einem Konflikt bedroht.

Nehmen Flüchtlinge Einheimischen die Jobs weg?

Studien zeigen immer wieder, dass Flüchtlinge positiv zur lokalen Wirtschaft beitragen, wenn sie arbeiten dürfen:

  • Sie geben Geld für Waren und Dienstleistungen aus und unterstützen damit lokale Unternehmen.
  • Sie zahlen Steuern.
  • Sie lindern Arbeitskräftemangel.
  • Viele gründen Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen.
  • Sie bringen Fähigkeiten und Fachkenntnisse mit.

Die Herausforderung besteht darin, dass Flüchtlinge in vielen Ländern nicht arbeiten dürfen, von Unterstützung abhängig bleiben und keinen vollen Beitrag leisten können.

Erhalten Flüchtlinge mehr Unterstützung als Einheimische?

Nein. Das ist ein verbreiteter Irrtum. Flüchtlinge erhalten meist nur grundlegende humanitäre Überlebenshilfe: Nahrung, Unterkunft und medizinische Notfallversorgung. Diese Unterstützung ist oft temporär und viel weniger als das, was Staatsangehörige erhalten.

In den meisten Ländern haben Flüchtlinge keinen oder nur begrenzten Zugang zu den Sozialleistungen, auf die Staatsangehörige Anspruch haben. In den Bereichen Beschäftigung, Bildung und Wohnen sind sie oft mit Hindernissen konfrontiert, die sich Staatsangehörigen nicht entgegenstellen.

Warum gehen Flüchtlinge nicht zurück in ihre Heimat?

Die meisten Flüchtlinge möchten in ihre Heimat zurückkehren, können aber aus einem der folgenden Gründe nicht:

  • Die Konflikt- oder Verfolgungssituation, die sie zur Flucht zwang, besteht fort.
  • Ihr Zuhause wurde zerstört.
  • Ihnen droht Verhaftung, Gefangenschaft oder Tod, wenn sie zurückkehren.
  • Grundlegende Institutionen wie Schulen oder Spitäler fehlen.
  • Die Lage ist weiterhin instabil oder gefährlich.

Wenn sich die Bedingungen verbessern und die Sicherheit wiederhergestellt ist, kehren viele Flüchtlinge freiwillig zurück. Dies ist zum Beispiel in Syrien der Fall. Konflikte dauern jedoch immer länger. Manche Flüchtlinge müssen Jahrzehnte ausharren.

Was ist die Flüchtlingskonvention von 1951?

Die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 ist eine wesentliche internationale Vereinbarung, in der die folgenden Punkte festgelegt sind:

  • Wer als Flüchtling gilt,
  • Die Rechte, auf die Flüchtlinge Anspruch haben,
  • Das Non-Refoulement-Gebot (Menschen dürfen nicht in eine Gefahrenregion zurückgeschickt werden),
  • Die Verpflichtungen der Länder gegenüber Flüchtlingen.

149 Länder haben die Konvention oder das ergänzende Protokoll von 1967 unterzeichnet. UNHCR fungiert als Hüter dieser Konvention, die heute noch genauso relevant ist, wie zum Zeitpunkt ihrer Ausarbeitung.

Was bedeutet Staatenlosigkeit?

Staatenlose haben keine Staatsangehörigkeit und werden von keinem Land als Staatsbürgerinnen oder -bürger anerkannt. Weltweit gibt es 4,4 Millionen Staatenlose (Stand Mitte 2025).

Ohne Staatsangehörigkeit dürfen Staatenlose oft nicht:

  • zur Schule gehen,
  • sich ärztlich behandeln lassen,
  • arbeiten,
  • ein Bankkonto eröffnen,
  • Eigentum erwerben,
  • wählen oder am politischen Leben teilhaben,
  • legal reisen.

UNHCR setzt sich dafür ein, Staatenlosigkeit zu verhindern, und unterstützt diese Menschen dabei, eine Staatsangehörigkeit zu erlangen.

Wie können Flüchtlinge in Gefahrenregionen zurückgeschickt werden?

Leider nehmen einige Länder Zurückweisungen vor («Refoulement»): Sie bringen Menschen in Gebiete zurück, in denen ihr Leben in Gefahr ist. Dabei handelt es sich um eine völkerrechtswidrige Praxis.

UNHCR setzt sich dafür ein, Zurückweisungen zu verhindern und sicherzustellen, dass Flüchtlinge Zugang zu einem Asylverfahren erhalten, bevor ein Rückführungsentscheid gefällt wird. Das Non-Refoulement-Gebot ist ein Eckpfeiler des Flüchtlingsschutzes.

Um sinnvoll zu reagieren, muss man die Flüchtlingskrise zunächst verstehen. Hinter jeder Statistik verbergen sich Einzelpersonen – ein Elternteil, ein Kind, eine Lehrperson –, deren einziger Wunsch es ist, in Sicherheit und Würde zu leben. Um zu erfahren, wie UNHCR und Switzerland for UNHCR sich dafür einsetzen, Flüchtlinge zu schützen und zu unterstützen, und wie Sie helfen können, besuchen Sie die Webseiten über die Arbeit von UNHCR und darüber, wie Flüchtlinge in der Schweiz unterstützt werden können.